
Mitte Juli 2026 durfte ich eine Gruppe Fotoenthusiasten anlässlich unseres Fotoworkshops «Bergsommer am Matterhorn» nach Zermatt führen.
Der dreitägige Workshop startete am Bahnhof Bern, wo ich die Teilnehmenden mit unserem Minibus abholte. Nach einer gemütlichen Fahrt nach Täsch und der anschliessenden Bahnfahrt nach Zermatt beziehungsweise nach Blauherd erreichten wir am frühen Nachmittag unsere erste Unterkunft, das Berggasthaus Fluhalp.
Nach einer Stärkung und dem Bezug der Zimmer übten wir Panoramaaufnahmen auf der nahe gelegenen Gletschermoräne oberhalb des Findelgletschers.
Bei einem gemütlichen Nachtessen konnten wir uns alle besser kennenlernen. Doch ausgedehnt dinieren konnten wir nicht, denn bereits stand die erste Fotosession zum Sonnenuntergang am Stellisee auf dem Programm.
Wie üblich liess die Thermik mit dem Sonnenuntergang nach, und die kleinen Wellen auf dem Stellisee verschwanden nach und nach, sodass eine eindrucksvolle Spiegelung des Matterhorns auf der Wasseroberfläche entstand. Die ersten Bilder des Matterhorns waren im Kasten und alle waren happy. So ging es zurück zum Berghaus für ein paar Stunden Schlaf.
Um kurz vor 2 Uhr klingelte der Wecker , denn wir hatten uns vorgenommen, um 02:15 Uhr die Milchstrasse über dem Matterhorn zu fotografieren. Nachdem alle Kameras eingerichtet waren und die Stirnlampen gelöscht wurden, stand die Milchstrasse leicht links über dem Matterhorn – ideal für die Bildgestaltung. Nach rund einer halben Stunde hatte jeder ein beeindruckendes Milchstrassenfoto aufgenommen. Also ging es nochmals für gut eine Stunde ins Bett.
Um 04:15 Uhr klingelte der Wecker erneut. Nach einem kurzen Fussmarsch gelangten wir wieder zum Stellisee, wo wir Aufnahmen in der blauen Stunde und zum Sonnenaufgang machten. Ziel war es, dass alle mit einem Bild der glühenden Matterhornspitze nach Hause zurückkehren konnten. Da ich den Teilnehmenden bereits am Vorabend die besten Standorte für die Aufnahmen gezeigt hatte, war jeder bestens vorbereitet. Auch die Thermik spielte mit und wir erzielten wunderbare Aufnahmen im Morgenlicht.
Nach dem Frühstück folgte ein kleiner Theorieblock zum Thema «Effiziente Bildselektion und Bildentwicklung». Die Teilnehmenden waren einigermassen überrascht, wie ich mit wenigen Schritten Bilder selektiere und bearbeite.
Zurück in Zermatt hatten wir direkten Anschluss an die Gornergratbahn, die uns gemütlich auf den Gornergrat brachte. Das frühe Einchecken im 3100 Kulmhotel Gornergrat verschaffte uns genügend Zeit, um zu essen und uns danach etwas auszuruhen.
Nach dem Nachtessen starteten wir unsere Abendsession auf dem Gornergrat. Lange blieb das Licht flau und die Sonne wurde von einigen Wolken verdeckt. Doch kurz bevor sie hinter den Bergen verschwand, öffnete sich die Wolkendecke und ein wunderbares Licht- und Schattenspiel entstand. Der Himmel glühte über dem Matterhorn.
Leider mussten wir in dieser Nacht auf die Aufnahmen der Milchstrasse verzichten, da der Himmel bedeckt war. Einige Teilnehmende waren darüber gar nicht unglücklich, denn so blieb etwas mehr Zeit zum Schlafen.
Um 04:15 Uhr starteten wir unsere Wanderung zum Riffelsee. Unterwegs entdeckten wir eine kleine Gruppe Steinböcke, deren Augen im Licht der Stirnlampen leuchteten. Nach rund 45 Minuten erreichten wir den See – genau rechtzeitig für unsere Aufnahmen in der blauen Stunde.
Nachdem wir unsere Aufnahmen am Riffelsee gemacht hatten, widmeten wir uns einer Panoramaaufnahme des Gornergletschers und des Monte-Rosa-Gebirgsmassivs.
Die Gornergratbahn brachte uns anschliessend zurück zum Hotel, wo ein wohlverdientes Frühstück auf uns wartete.
Nach einer gemütlichen Fahrt zurück nach Bern durfte ich mich von glücklichen, aber durchaus übernächtigten Teilnehmenden verabschieden.
Ich danke allen Teilnehmenden für ihre Teilnahme am Fotoworkshop und für die tolle Kameradschaft.
Herzlichst,
Euer Thomas


















